Dom zu Trier

Dom zu Trier

Die Geschichte des Trierer Dom

Einleitung in die Geschichte des Trierer Dom

Der Dom in Trier bildet zusammen mit der Liebfrauenkirche den Mittelpunkt des Domviertels. Diese beiden Kirchen bilden zusammen eine Doppelkirchenanlage und waren wohl die größte Anlage nördlich der Alpen im 4. Jahrhundert. In Trier erzählt man sich, dass das Wohnhaus Helenas, der Mutter Konstantins, Ausgangspunkt für den heutigen Dom war. Diese schenkte ihr Haus dem Bischof Agritius. Im Mittelalter wurde der Dom eine Zeit lang sogar „Domus beatae Helenae“ genannt, Haus der heiligen Helena. Im Folgenden soll die Baugeschichte des Trierer Doms aufgezeigt werden.

Die Baugeschichte des Trierer Dom

Der Ausgangspunkt für die heutige Kirchenanlage soll ein Wohnhaus gewesen sein, in dem im dritten Jahrhundert ein Apsidenraum eingerichtet worden war. Am Anfang des 4. Jahrhunderts folgte der Bau eines dreischiffigen Gebäudes mit Chorraum und Apsis. Dieses Gebäude wurde Südwestbasilika genannt. In den 30er Jahren des 4. Jahrhunderts folgte dann eine Südostbasilika, die ebenfalls ein Mittelschiff und zwei Seitenschiffe aufwies. Des Weiteren wurden noch die Nordwest- und die Nordostbasilika erbaut. Somit bestand der heutige Dom früher ursprünglich einmal aus vier miteinander verbundenen Basiliken. In der Mitte dieses Komplexes lag ein 64qm großes Wasserbecken, das wohl als Baptisterium diente.

In den 40er Jahren des 4. Jahrhunderts wurden die Bauarbeiten an der Nordostbasilika, aus der der heutige Dom entstand, fortgesetzt. Hierzu wurde diese Basilika erst einmal niedergelegt und man begann mit einem Quadratbau, der 40 mal 40m groß war. Im Inneren des Quadratbaus stellte man 12m hohe Säulen auf. Ein Teil dieser gewaltigen Säulen findet man auch heute noch auf dem Domfreihof. In Trier wird dieses Teil einfach Domstein genannt.  355 ließ man jedoch dieses Gebäude, das bis zu einer Höhe von 4m fertiggestellt wurde, im Rohbau liegen. Erst Kaiser Valentinian I. ließ wieder an dem Quadratbau weiterarbeiten.

Nun verfolgte man allerdings einen anderen Plan. Mit der Aufstellung der vier konstantinischen Granitsäulen wurde der Quadratbau in mehrere kleinere Quadrate unterteil. Im Mittelquadrat entstand auf diese Weise ein fünfstufiges Podest. Dieser Quadratbau wurde aufwendig ausgeschmückt und muss prächtig ausgesehen haben. Die Nordostbasilika war damit das aufwendigste Gebäude des Komplexes.

Die Nordostbasilika, die die Grundlage für den heutigen Dom bildete, diente erst im 6. Jahrhundert als Bischofskirche. Die Südostbasilika, die später zur gotischen Liebfrauenkirche umgebaut wurde, war wohl die Tauf- und Volkskirche.

Kuppel im Trierer Dom

Kuppel im Trierer Dom

Der Antike Kirchenkomplex blieb wohl bis in die erste Hälfte des 5. Jahrhunderts erhalten. Als Trier durch die Franken erobert wurde, brannten die Basiliken aus. Bei dem Quadratbau standen nur noch die Seitenwände. Der Rest war eingestürzt. Es folgte ein halbes Jahrhundert, in dem nichts an den Ruinen gemacht worden war. Erst der Bischof Nicetius veranlasste den Wiederaufbau der einst so prächtigen Anlage. So wurde die Südostbasilika, die später zur Liebfrauenkirche umgebaut wurde, wieder neu errichtet. Da die Architektur im Quadratbau so kompliziert war, ließ der Bischof Handwerker aus Italien kommen, die mit dem nötigen Know-how den Bau wieder rekonstruieren sollten. Die alte Südwestbasilika wurde nicht mehr aufgebaut. Dies ist auch der Grund, warum die Besucher in Tier heute nur noch Dom und Liebfrauenkirche bewundern können.

Trierer Dom

Trierer Dom

882 kam es zu einer weiteren Zerstörung der Kirchenanlage. Die Normannen waren in Tier eigefallen und zerstörten die Doppelkirchenanlage. Erzbischof Egbert  begann mit dem Wiederaufbau, der jedoch durch seinen Tod und politische Probleme stockte. Erst Poppo von Babenberg vollendet die Renovierung und ließ die heute noch imposante Westfassade errichten. Hierzu veranlasste er den Bau der beiden Türme und der westlichen Apsis des heutigen Doms. Allerdings konnte auch von Babenberg nicht mehr miterleben, wie sein Bau vollendet wurde. Er starb angeblich an einem Hitzschlag als er die Baustelle begutachtete. Der Westbau wurde erst unter seinen beiden Nachfolgern beendet. 1196 konnte man den neuen Altar einweihen, nachdem man den Ostchor vollendet hatte. Am Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die Einwölbung der drei Kirchenschiffe vorgenommen. Ebenso entstanden im 13. Jahrhundert der Domkreuzgang und die Liebfrauenkirche. Erzbischof Balduin von Luxemburg erhöhte die Osttürme des Domes mit dem obersten Stockwerk. 1515 wurde dann auch der Südwestturm aufgestockt. Das Jahr 1702 wurde ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Trierer Domes. In diesem Jahre legte man den Grundstein für die Aufbewahrungskammer des heiligen Rockes.

Der Heilige Rock im Trierer Dom

Kammer des Heiligen Rocks im Trierer Dom

Kammer des Heiligen Rocks im Trierer Dom

Dieses Artefakt soll angeblich von der heiligen Helena mit nach Trier gebracht worden sein und ist die bedeutendste Reliquie der Trierer Stadt. 1717 erlitt die Trierer Domgemeinde einen Rückschlag als das Dach des Triere Domes abbrannte. Bei dem Wiederaufbau wurde die obere Fensterreihe des ehemaligen Quadratbaus abgerissen und man fügte ein neues barockes Querschiff ein. Mit dem Einmarsch der französischen Truppen 1794 wurde der Dom zu einem Pferdestall umfunktioniert. Dies wurde allerdings rückgängig gemacht als der französische Bischof Mannay eingesetzt wurde. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden weitreichende Renovierungsarbeiten am Dom durchgeführt und man begann mit archäologischen Untersuchungen. Große statische Mängel führten zu einer weiteren Restaurationsphase, die von 1960 bis 1974 anhielt. Seit Jahren werden immer regelmäßig Ausgrabungen unternommen, um die Lücken in der Trierer Domgeschichte immer gewissenhafter und genauer zu füllen.

Trierer Dom- Vereinigung vieler Kunstauffassungen

Der Trierer Dom ist eine Ansammlungsstätte verschiedener Kunst- und Kulturauffassungen. Kaum ein anderes Gebäude weist so viele unterschiedliche Einflüsse aus verschiedenen Epochen auf wie der Dom zu Trier. Diese Kirche ist sicherlich ein Denkmal geschichtlicher Kunst.

Altar im Trierer Dom

Altar im Trierer Dom

 

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