Amphitheater Trier - Blick von oben auf die Kampfarena

Amphitheater Trier - Blick von oben auf die Kampfarena

Lage und Funktion des Amphitheater Trier

Die Arenakämpfe im Amphitheater Trier

Das Amphitheater liegt am damals östlichen Stadtteil von Trier. Dadurch war es möglich, es als Teil der Stadtmauer und auch als östliches Tor zu benutzen. Das Amphitheater leitet seinen Namen aus dem Griechischen ab und bedeutet sinngemäß übersetzt: „Zuschauertribünen auf beiden Seiten“. Die große Arenaanlage wurde vielfältig genutzt. Die blutrünstigsten Verwendungsfunktionen des Amphitheaters waren sicherlich die Arenakämpfe. Diese konnten in Form von Tierhetzen oder Gladiatorenkämpfen stattfinden. Römischer Gladiator konnte man freiwillig, leider aber auch unfreiwillig, werden. So mussten Sklaven ihr Geschick im Amphitheater beweisen, um eventuell freigelassen zu werden. Allerdings hatte man so gut wie nie eine Chance, wenn man als Sklave antreten musste, da man meist schon vor Beginn des Kampfes in Sachen Ausrüstung benachteiligt wurde. Auf der anderen Seite war der Gladiator auch eine Berufsform. Viele Männer wurden Gladiatoren, um sich in der Arena des Amphitheaters Ruhm zu erkämpfen. Manche, die vielleicht weniger ruhmorientiert dachten, wollten einfach nur gutes Geld verdienen. Die Aussicht auf Ruhm und Geld sorgte dafür, dass manche Menschen bereitwillig das große Risiko, im Amphitheater zu sterben, auf sich nahmen. Darüber hinaus wurde im Amphitheater nicht nur bei Kämpfen Blut vergossen. Es fanden manchmal auch große, publikumswirksame, Hinrichtungen statt. So wurden die beiden fränkischen Könige Ascaricus und Merogaisus in der Arena hingerichtet.

Das Gemeinschaftsgefühl im Amphitheater Trier

All diejenigen, die nun glauben, dass es beim Amphitheater immer nur um das Töten und den Blutzoll ging, können jetzt beruhigt werden. Es wurden Gemeindetreffen abgehalten und bisweilen sogar große religiöse Feste gefeiert. Der individuelle Bürger erlebte in der Arena meist ein Gefühl von Gemeinschaft und konnte seinem Alltag entrinnen.

Die Schutzfunktion des Amphitheater Trier

Des Weiteren sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass das Amphitheater besonders im 5. Jahrhundert nach Christus eine wichtige Schutzfunktion hatte. Zu dieser Zeit drangen vor allem die Germanen immer wieder in Trier ein. Die Bürger nutzten das gut ausgebaute und befestigte Arenagelände, um dort Zuflucht vor den Kriegern der Germanen zu finden. Alles in allem war das Amphitheater hauptsächlich Austragungsort von Kultur, auch wenn die Arenakämpfe sicherlich einer Kulturauffassung entsprachen, die wir aus der heutigen Sicht mit dem Adjektiv grausam verurteilen.

Amphitheater Trier - Sicht auf Kampfarena

Amphitheater Trier - Sicht auf Kampfarena

Nach dieser kurzen kulturellen und funktionalen Hintergrunddarlegung des Amphitheaters, sollen im Folgenden einige wichtige geschichtliche Daten rund um das römische Bauwerk präsentiert werden.

Die Baugeschichte des Amphitheater Trier

Der Baubeginn

Ein Keramikfund von 1979 soll angeblich beweisen, dass der Bau im letzten Drittel des 2. Jahrhunderts begonnen wurde. Zunächst hatten die Wissenschaftler den Baubeginn auf das 4. Jahrhundert datiert. 1211 bekamen die Zisterziensermönche von Himmerod die Erlaubnis, das Amphitheater als Steinbruch zu benutzen. Außerdem wurden die Berghänge nun als Weinanbauzone und als Gartenanlage genutzt. 1816 wurde die Kampfarena dann freigelegt. Die Freilegung des Arenakeller folgte im Jahre 1908.

Das Innere des Amphitheater Trier

Der Haupteingang

Den Weg ins Innere des Amphitheaters finden die Besucher heute durch das südliche Hauptor. Dieses bastand früher einmal aus drei großen Torbogen. Der mittlere dieser Torbogen führte direkt zur Kampfarena selber und war mit Abstand der breiteste von den dreien, da er auch bei Festzügen von Paradewagen passiert werden musste. Die beiden anderen Wege, die sich an die verbleibenen zwei Torbögen anschlossen, führten direkt auf die Zuschauertribünen des Amphitheaters. Das Gewölbe der Torbögen weist noch eine Besonderheit auf. Dadurch, dass die Steinquader radial versetzt wurden, konnte man auf den Mörtel verzichten. So werden die Torbögen ohne Mörtel zusammengehalten. Die Zuschauerränge des Amphitheaters bestehen aus 26 Sitzreihen und boten 18000 Menschen Platz. Damit hatte das Amphitheater im 3. Jahrhundert nach Christus schon die Größe von modernen Fußballstadien. Der oberste Rang bei den Zuschauertribünen wurde durch eine Säulengalerie abgeschlossen. Selbstverständlich gab es eine eigen Ehrenloge für den Kaiser oder ranghohe Gäste.

Die Kampfarena

Die ovale Kampfarena maß 70m mal 49m und wurde durch eine durchgängige 4m hohe Mauer umkreist. Zusätzlich war im Inneren eine Palisade eingesetzt, damit kein Kämpfer und auch kein Tier die Arena verlassen konnten. In der Mauer gab es einige Öffnungen, die zu Käfigen dahinter führten. Aus diesen wurden dann Tiere oder Kämpfer freigelassen, wenn sie die Arena betreten sollten. In der Mitte des ovalen Kampfplatzes des Amphitheaters war ein kreuzförmiger Keller, in dem eine Holzpumpe installiert war, die das eindringene Grund- und Bergwasser über Abwasserkanäle ableitete.

Ovale Kampfarena Amphitheater Trier

Ovale Kampfarena Amphitheater Trier

Heutige Veranstaltungen im Amphitheater Trier

Das Amphitheater besticht den Besucher nicht nur durch seinen Vergangenheitsbezug, sondern lockt auch mit modernen Veranstaltungen, die immer wieder für großen Besucherandrang sorgen. So finden regelmäßig musikalische Veranstaltungen statt. Besonders beliebt sind die „Antiken Festspiele“ und das Event „Brot und Spiele“.  Das Amphitheater ist auf jeden Fall eine „Pflichtveranstaltung“ für jeden Besucher, der in die älteste Stadt Deutschlands kommt.

Kommentare (1)

  • Dennis

    tach,

    das was ihr über trier macht sieht auch echt nach trier aus. hoffe kommt noch bisschen was über trier.

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