Frische Brötchen und großes Angebot!

Maria´s Kaffestübchen – Ostersonntagsbrunch in der Kantine des Finanzamts in Trier

Als mich die Besitzerin von Maria´s Kaffeestübchen auf ihr geplantes Osterbrunch in dem berühmt-berüchtigten roten Backsteingemäuer in der Hubert-Neuerburg-Str.1 ansprach und gleich darauf einlud diesem Event beizuwohnen, wusste ich gar nicht, auf was ich mich nun schon wieder eingelassen hatte, hörte mich nur ohne Zögern begeistert antworten:

„Ja natürlich komme ich gerne! Tolle Idee!! Ich melde mich mit zwei weiteren Personen an!“

Meinen eigentlichen Wunsch in ein Hotel zu gehen, um für das dreifache an Geld zu dinieren, schob ich nun notgedrungen zu den Akten und fand den Gedanken irgendwie spannend.

Es kostete mich einiges an Überzeugungskraft meine „Gourmetbegleiterin“ Elli B. davon zu überzeugen nun alternativ ausgerechnet dort hin zu gehen, aber erstaunlicherweise musste ich Irina nicht lange bitten und so fanden wir uns heute um 10:00 Uhr bei leichtem Regen und grauen Wolken im örtlichen Finanzamt vor, dort wo es so einigen Geschäftsleuten sicher den Appetit verschlagen würde – uns natürlich nicht – begleitet von kleinen Heerscharen Trierer Menschen aller Altersklassen und einigen fröhlichen, herausgeputzten Kinderlein.

Ostersonntagsbrunch: es kann losgehen

Durch den Hintereingang, dann mit dem Fahrstuhl in das 3. Stockwerk hoch, stießen wir nach ein paar Metern Flur direkt auf ein langes, prall gefülltes Buffet voller frischer Köstlichkeiten.

Ich entdeckte bunte, liebevoll hergerichtete Platten mit vielerlei Sorten Käse, Lachs, Wurst und Bratenaufschnitt, eine riesige Schüssel frischen Obstsalat, hausgemachten Kartoffelsalat, Eiersalat in kleinen Gläschen (hier hätte ich unbedingt frische Kräuter verwendet – die trockenen aus dem Glas schmecken einfach nicht intensiv und Säure/Salz, hätten ihm geschmeichelt), Wurstsalat, Antipasti aus gegrilltem Gemüse, dann Karamellpudding mit Schokoflocken, Mousse au Chocolat (leider nicht wirklich gehaltvoll), Joghurt mit Früchten, Müsli, Marmelade (eine Sorte), Nutella, Honig, Rührei (sehr schön gewürzt), gebratener Speck (leider kalt – dennoch komischerweise sehr schön würzig und knusprig), Nürnbergerwürstchen (lauwarm – dennoch eine leckere Sorte), Brötchen FRISCH gebacken und viele Sorten noch dazu, eine heiße Kraftbrühe mit Nudeln, Rindfleisch und Ei, geflochtene Hefezöpfe, Marmorkuchen und ein saftiger Eierlikörkuchen.

Als warmes Angebot boten Sie uns Spaghetti, Kartoffeln und Reis an, die man mit Lammgulasch oder Spaghetti Bolognese verspeisen konnte.

Das Lammfleisch zart, die Soße dunkel und sehr gut abgeschmeckt, das gemischte Gemüse (TK), dennoch ok, weil immerhin noch bissfest und angenehm abgeschmeckt – bei dem Preis gibt es da nix zu meckern.

Presileistung: sehr gut!

Presileistung: sehr gut!

Alles in allem: Für 15 Euro inkl. Kaffee und Milch- solide Leistung.

Erinnerungen werden wach… und nicht die positivsten

Der Speisesaal hell, die Bestuhlung erinnerte an die eines Altersheimes, auf einigen Polstern massive Flecken, aber auch egal, die Tische wurden mit gelben Tischläufern und Bastelwerk österlich geschmückt, ein Kerzlein brannte, die Servietten aus stabilem gelben Papier und schön groß (prima).

Für die Kinder gibt’s eine Spielecke – ein Mecca für junge Familien dieser Finanzamtkantine. Kaltgetränke wurden separat abgerechnet, dazu bekam man einen Bon, der an der Getränketheke jeweils abgestrichen wurde. Wir gönnten uns also zum Einstieg einen herrlichen Sekt und der kostete uns drei Euro. (Bernard Massard).

Mein kulinarisches Highlight war der saftige Marmorkuchen und der unfassbar cremige Karamellpudding.

Frische Brötchen und großes Angebot!

Frische Brötchen und großes Angebot!

Die Atmosphäre dort erinnerte mich ein paar Mal an eine Gemeindeveranstaltungen der evangelischen Kirche nach einem gemeinsamen Gottesdienstbesuch, die ich als Pfarrerstochter im damaligen Dorfgemeinschaftshaus im Taunus oft – nein sehr oft erleben durfte….

Ich fühlte mich nicht wirklich unwohl, aber mir fehlte das gewisse Etwas, die Gemütlichkeit und meine inneren Begeisterungsschreie. Ich fand dort keine essbare Überraschung, aber dafür einen interessanten Menschen am Buffet: Als ich gerade überlegte die Segel zu streichen, stieß ich mit einem Mann zusammen, ein älterer Herr um die 70 Jahre alt, der mich fragte, wo man denn in Trier gut essen gehen könne. Wir kamen ins Gespräch und dann entpuppte sich dieser Mann als ehemaliger Profikoch, der 1991 in Singapur Weltmeister bei einem Kochwettbewerb wurde (Robert Schmitz), im damals noch höchsten Hotel der Welt. Dieses Ereignis beförderte ihn, das Trierer Urgestein, zum 7. Küchenchef von sage und schreibe 300 Köchen und sein Erfolg verhalf ihm dazu, heute, zufrieden und glücklich auf der philippinischen Trauminsel Cebu in Saus und Braus zu leben – glücklich verheiratet, drei Häuser und neun Mangobäume…

Ich versinke mal kurz in Gedanken: Ich komme aus dem philippinischen Meer gestapft, reiße mir ein paar von der Sonne gewärmte Mango´s vom Baum und verschlinge das tropfende Obst direkt im Schatten des Mangobaumes… Ein himmlisches Fleckchen Erde…

Fazit #1: Das Paradies war’s nicht

Ein Paradies ist diese Kantine nun weiß Gott nicht, aber die Betreiber können ungelogen mit wenig Geld einiges lecker und wirklich frisch anrichten und zubereiten – nicht umsonst wimmelte es dort in aller Regelmäßigkeit von SWT Mitarbeitern und auch Polizisten, die täglich dorthin essen gehen.

Alles in allem eine Ansammlung freundlicher Menschen und Gesichter und eine lockere Stimmung. Wenn diese Kantine auch in der Woche so solide abliefert (was zu überprüfen ist), komme ich bestimmt gerne wieder.

Eure Chrissie

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Chrissie – Food Bloggerin auf trier.com

Chrissie – Food Bloggerin auf trier.com

Unsere Foodbloggerin Chrissie Friedel testet für euch die Gastroszene in Trier. Von der Kantine bis zum edlen Restaurant: Chrissie testet ohne Gnade! Die kulinarisch versierte Mutter von zwei Töchtern ist den meisten Restaurantbesitzern in Trier schon bekannt, gehört das „Essen gehen“ doch zu ihrer großen Leidenschaften. Auf trier.com berichtet sie von Schmaus und Graus ihrer Ausflüge in der Gastroszene Trier.

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