Kulturelles Angebot

römische Lastschiffe: News aus Trier

Römische Lastschiffe: Bahnbrechende Entdeckungen aus Trier

Wissenschaftler der Universität und der Hochschule Trier testen einen originalgetreuen Nachbau

Neben dem Wagenrennen liefert die Seeschlacht die spektakulärsten Szenen der Neuverfilmung von Ben Hur. Sie führen einem Millionenpublikum beiläufig vor Augen, welche exzellenten Schiffsbauer die Römer waren. Römische Binnentransportschiffe wirken zwar weniger imposant als geruderte Kriegsschiffe, waren für die Infrastruktur und Logistik des Römischen Reiches aber von enormer Bedeutung. Die Professoren Christoph Schäfer von der Universität Trier und sein Kollege Karl Hofmann von Kapherr von der Hochschule Trier haben für diesen weit verbreiteten Schiffstyp bahnbrechende Erkenntnisse gewonnen.

Die Lastschiffe, sogenannte Prahme, waren einfach und doch so funktionell konstruiert, dass sie quer durch Europa auf Flüssen und Seen zum Einsatz kamen. Bis heute dienen sie Schiffbauern als Vorbild. Umso mehr überrascht, dass die Nachwelt nur wenig über die Prahme weiß. Wissenschaftler der Universität und der Hochschule haben nun mit einem originalgetreuen Nachbau bei Messfahrten auf der Mosel Daten gesammelt.

Viele offene Fragen und neue Erkenntnisse

Messinstrumente auf dem Boot. Foto: Uni Trier

Messinstrumente auf dem Boot. Foto: Uni Trier

 

Viele Fragen zu den Prahmen sind nach wie vor offen:

  • Wie wurden sie angetrieben?
  • Welche Geschwindigkeiten erreichten sie?
  • Wie viel Besatzung war erforderlich?
  • Wie hoch waren die Ladekapazitäten?
  • Auf welchen Gewässern konnten sie eingesetzt werden?

Zumindest in der letzten Frage sind der Althistoriker Christoph Schäfer und der Maschinenbauer Karl Hofmann von Kap-herr nach den Testfahrten einen bedeutenden Schritt weiter. Als erste Wissenschaftler haben sie einen Prahm unter Segel gesetzt.

„Mit Blick auf die Konstruktion des Schiffes war eher davon auszugehen, dass man es nicht segeln kann. Umso mehr hat uns überrascht, dass der Prahm sogar erstaunlich gute Segeleigenschaften zeigte. Daraus lässt sich zuverlässig ableiten, dass die Römer diesen Schiffstyp nicht nur durch Treideln oder Staken angetrieben haben, sondern auch durch Segeln. So konnte Fracht über Hunderte von Kilometern transportiert werden“, nennt Christoph Schäfer einen außergewöhnlichen Befund.

Verblüffend waren zudem die Geschwindigkeiten, die der zehn Meter lange Prahm-Nachbau auf der Mosel erreichte.

„5,7 Knoten bei halbem Wind sind ein sehr beachtlicher Wert“, erklärte Karl Hofmann von Kap-herr.

Studentenprojekt fördert neue Erkenntnisse zu Tage

Aufgabe von Studierenden des Maschinenbaus war es, zu klären, wie effektiv die drei Fortbewegungsarten Staken, Treideln und Segeln bei einem römischen Prahm eingesetzt werden konnten. Dafür haben sie Messeinrichtungen entwickelt, gefertigt und auf dem Schiff installiert. Das Instrumentarium ist so konzipiert, dass auch historisch unterschiedliche Rahmenbedingungen wie etwa die veränderte Fließgeschwindigkeit der Mosel ausgeklammert werden können. Besser als erwartet war nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch das Verhalten im Wasser. „Wir hatten vorsorglich Seitenschwimmer zur Stabilisierung des Bootes gebaut, die wir aber nach der ersten Versuchsfahrt wieder entfernen konnten, da keine Kentergefahr bestand“, berichtete Karl Hofmann von Kap-herr.

Erfolgreicher Segelversuch auf der Mosel. Foto: Ralf Kreutzfeld

Erfolgreicher Segelversuch auf der Mosel. Foto: Ralf Kreutzfeld

Die Messfahrten haben belegt, dass Prahme segeltüchtig waren und nicht nur von Treidlern an Land gezogen oder mit langen Bootsstangen angestoßen (gestakt) werden konnten. Die neuen Einblicke in Transportgeschwindigkeiten, Transportrhythmen und Frachtkapazitäten eröffnen den Historikern ein besseres Verständnis des Binnentransports, des  Handels sowie der Versorgung von Truppen und Bevölkerung. Im weit ausgedehnten Römischen Reich war eine funktionierende und optimierte Transportlogistik unabdingbar.

Auch die Forschungen zur regionalen Geschichte und zur Baugeschichte profitieren von den Studien mit dem Prahm-Nachbau. Sie könnten beispielsweise neue Erklärungen liefern, wie es den Römern gelang, immerhin rund 18.000 Tonnen Material für den Bau der Römerbrücke in Trier – heute UNESCO-Welterbe – zu bewegen.

 

Hintergrund:

Den 10 Meter langen und 1,70 Meter breiten Nachbau eines römischen Prahm haben Lehrer und Schüler der Berufsbildenden Schule Wittlich in einem Projekt im Maßstab 1:2 angefertigt. Vorbild ist ein hervorragend erhaltener Fund eines Wracks aus Bevaix am Lac de Neuchâtel. Im Oktober vergangenen Jahres übergab die Schule das auf den Namen Secundinia getaufte Schiff zu wissenschaftlichen Zwecken an die Universität Trier.

Treidelversuche auf der Mosel zwischen Trier und Konz. Foto: Hochschule Trier

Treidelversuche auf der Mosel zwischen Trier und Konz. Foto: Hochschule Trier

 

Die zuverlässige Erhebung und Auswertung von relevanten Messdaten zur Leistungsfähigkeit und zu den nautischen Eigenschaften des Prahms ist das Ergebnis einer interdisziplinären Kooperation der Alten Geschichte der Universität Trier mit der Fachrichtung Maschinenbau der Hochschule Trier. In das gemeinsame Projekt sind Studierende beider Hochschulen eng eingebunden. Für sie ist es eine hervorragende Gelegenheit, die im Studium erworbenen Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden und zu vertiefen.

Gefördert wird das Projekt durch die Nikolaus Koch Stiftung.

Kontakte:

Prof. Dr. Christoph Schäfer

Universität Trier, Fachbereich III, Alte Geschichte

Tel.: 0651-201 2435 oder -2437

E-Mail: christoph.schaefer@uni-trier.de

 

Prof. Dr.-Ing. Karl Hofmann-von Kap-herr

Hochschule Trier/Fachbereich Technik/Fachrichtung Maschinenbau

Tel. 0651/8103 – 426

E-Mail: hvk@hochschule-trier.de

Die Judengasse in der Altstadt von Trier

Die Judengasse – Triers dunkle Vergangenheit

Die jüdische Gemeinde von Trier erlebte im Mittelalter glanzvolle Epochen und unvorstellbar grausame Zeiten. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Trier ist so beeindruckend, dass die Universität Trier inzwischen ein weltweit einmaliges Institut vorweisen kann: das „Arye-Maimon-Institut für die Geschichte der Juden“. Es beschäftigt sich ausschließlich mit der Entwicklung und Verfolgung der mitteleuropäischen jüdischen Gemeinden im Mittelalter.
In der verwinkelten Judengasse von Trier kann der Besucher zumindest optisch einen Eindruck davon bekommen, wie die Juden hier einst gelebt haben.

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Wunderschöne Panorame bietet der Moselsteig

„Trier erkunden“ Tour #4: Der Moselsteig

Der Moselsteig ist Deutschlands schönster Fernwanderweg 2016 – ein guter Grund, sich mit dem Steig etwas genauer auseinanderzusetzen und dann aufzubrechen nach Rheinland-Pfalz, um selbst zu erkunden, was den Reiz des Moselsteigs ausmacht.
Dauer: Tagestouren (Insgesamt bei guter Kondition 1-2 Monate)
Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll bis schwierig
Distanz zwischen 11 und 24 km

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Borussia Dortmund zu Gast in Moselstadion Trier

DFB-Pokal: Borussia Dortmund vs. Eintracht Trier

Unmittelbar vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison hat sich Borussia Dortmund in der ersten Runde des DFB-Pokals keine Blöße gegeben. Gegen Regionalligist Eintracht Trier zeigte das Team von Thomas Tuchel von Beginn an eine konzentrierte Vorstellung und siegte am Ende völlig verdient mit 3:0 (3:0). Dabei sorgte beim BVB-Anhang nicht zuletzt Neuzugang André Schürrle mit einer starken Leistung für Begeisterung. Mit Marc Bartra, Sebastian Rode und Ousmane Dembélé standen zudem gleich drei weitere Neuzugänge in der Startformation. Darüber hinaus dürfte sich Rechtsverteidiger Felix Passlack, der eine mehr als solide Vorstellung ablieferte, als ernstzunehmende Konkurrenz für Łukasz Piszczek erweisen. Insgesamt zeigte der runderneuerte BVB Fussball auf höchstem Niveau, auch wenn sich die Gegenwehr der Trierer in Grenzen hielt.

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Jugendmedientag

Jugendmedientag Süd-West 2016 in Trier und Luxemburg

Die digitale Großregion entdecken

Jedes Jahr müssen hunderte Absolventen der Hochschulen der Großregion über ihren beruflichen Werdegang entscheiden. Insbesondere Studierende aus dem Medien- und IT-Bereich kehren den Städten Trier und Luxemburg den Rücken, ohne sich vor Ort umzusehen. Der Jugendmedientag Süd-West soll das am 18. November 2016 ändern.

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Wein aus Trier: Die Mosel ist bekannt für steile Hänge und besten Riesling!

Rieslinghochburg Trier und der Wein

Die an der Mosel gelegene rheinland-pfälzische Stadt Trier ist die älteste Stadt Deutschlands und bekannt für den Wein besonders der Rebsorte Riesling. Hier befindet sich auch die deutschlandweit älteste Weinregion. Bereits die Römer hatten vor ca. 2000 Jahren die hervorragenden Voraussetzungen für den Weinanbau erkannt und genutzt. Wertvolle Mineralien aus verwittertem Schiefergestein als Nährstoffe für die Reben sowie das milde Klima sorgen für edle Weine. Der links und rechts von Weinbergen bis in die Tallage umgebene Flusslauf der Mosel zieht mit seinem landschaftlichen Reiz jährlich international viele Touristen an. Diese versäumen es nicht, an einer romantischen und interessanten Weinprobe mit Kellerbesichtigung oder einem Weinfest im Bereich Trier teilzunehmen. Vorrangig wird hier traditionell die Rebsorte Riesling angebaut. Der Rieslingwein ist zum einen aufgrund seiner guten Lagerfähigkeit gefragt, vor allem aber überzeugt er durch seinen feinfruchtigen Geschmack und sein Bukett. Daher ist es kein Zufall, dass diese Rebsorte nach wie vor als Klassiker an der Mosel gilt. In der Jahreszeit etwas früher kann die Sorte Müller-Thurgau gelesen werden. Es werden aber auch noch andere Rebsorten wie zum Beispiel Kerner angebaut. Die Lagerfähigkeit eines Weines wird durch seinen Alkohol- und Fruchtsäuregehalt bestimmt. Außerdem sollte eine ausreichende Korkenqualität verwendet werden. In jedem Fall ist der Riesling und die Moselregion eine der aufstrebendsten Weinregionen Deutschlands!

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Eintracht Trier vs Borussia Dortmund

Eintracht Trier – Borussia Dortmund

Der DFB-Pokal und seine Lostrommel sind immer wieder für interessante Aufeinandertreffen verantwortlich. Eintracht Trier (Regionalliga Südwest) gegen Borussia Dortmund (Vizemeister, DFB-Pokalfinalist, Europa-League Viertelfinalist). Was auf dem Papier nach einer eindeutigen Angelegenheit aussieht, ändert sich auf dem Platz oft in eine niemals geahnte Richtung. Doch hat die Eintracht eine reelle Chance den BVB schon in der 1. Runde aus dem Wettbewerb zu kicken?

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Portrait der Agrippina minor, 49-54 n. Chr., © Ny Carlsberg Glyptotek, Copenhagen, Ole Haupt.

Nero Ausstellung in Trier

Der vielleicht berühmteste römische Kaiser aller Zeiten war vor allem eine tragische Figur


Seine Regentschaft währte nur 14 Jahre, doch die Erinnerung an ihn, sein zwiespältiges Wesen und seine Taten haben die Jahrhunderte und Jahrtausende bis heute überdauert. Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus, der als letzter Spross des römischen Patriziergeschlechts der Julier das damalige Weltreich in den Jahren 54 bis 68 regierte, ist der Nachwelt vor allem als vermeintlicher Brandstifter und Zerstörer Roms ein Begriff. In der Tat gilt es heute als wissenschaftlich erwiesen, dass der große Brand von Rom im Jahr 64 nicht von Nero selbst angeordnet oder gar besungen wurde. Nichtsdestotrotz haben sich die Verdächtigungen hartnäckig gehalten, wohl auch deshalb, weil der so in Verruf gebrachte Kaiser die Christenverfolgung begründete, um somit dem leidenden Volk einen „Sündenbock“ zu präsentieren. Ungeachtet seiner unbestreitbaren zahlreichen innen- und außenpolitischen Verdienste ist der Blick auf Nero seither immer eher kritisch gewesen. Seine gegensätzliche, schillernde und facettenreiche Persönlichkeit hat Historiker aller Epochen immer wieder aufs Neue polarisiert.

NERO RLMT Ausst. Nero 3.jpgDie Ausstellung „Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann“ im Rheinischen Landesmuseum Trier © GDKE - Rheinisches Landesmuseum Trier, Th. Zühmer.

Die Ausstellung „Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann“ im Rheinischen Landesmuseum Trier © GDKE – Rheinisches Landesmuseum Trier, Th. Zühmer.

Welcher andere Ort als die römische Stadtgründung Trier könnte besser für eine Nero-Ausstellung geeignet sein?

Genau dieser Vielschichtigkeit des unter seinem einprägsamen ersten Vornamen berühmt gewordenen römischen Imperators wird die kürzlich angelaufene große Sonderausstellung über Nero in drei renommierten Häusern in der alten Kaiserstadt Trier gerecht. Seit dem 14.5.2016 und noch bis zum 16.10.2016 können sich geschichtlich interessierte Besucher über Leben, Werk und Tod des vermutlich gemeinsam mit Julius Cäsar bekanntesten römischen Herrschers detailliert und umfangreich informieren. Aufgrund der didaktisch gelungenen thematischen Aufteilung der Ausstellung werden auch bislang unbekannte und wenig beleuchtete Einzelheiten über Neros Wirken und Schaffen verständlich erklärt. Die Wahl der drei Museen gefällt dabei umso mehr, als diese nah beieinander und fußläufig voneinander entfernt liegen und somit gut nacheinander aufgesucht werden können. Als empfehlenswertes Angebot für Besucher gibt es auch die „Nero Antikencard Basic“ oder „Premium“, mit welcher man zwei bzw. vier Römerbauten der Stadt und die Ausstellung im Rheinischen Landesmuseum sowie die Klause Kastel und die Villa Otrang besuchen kann. Die Card bieten darüber hinaus ermäßigten Eintritt in die Ausstellungen im Museum am Dom und im Stadtmuseum Simeonstift und gewährt 10 Prozent Rabatt auf die Toga- und Erlebnisführungen der Tourist-Information Trier. Die Größe und Wichtigkeit dieser Ausstellung wird deutlich, wenn man sich die enorme Berichterstattung aller großen Zeitungen und sogar der Tagesschau mit eigenem Beitrag ansieht.

Der Imperator wurde von den Massen erst heiß und innig geliebt und dann abgrundtief gehasst

Das Herzstück der Nero Austellung in Trier ist sicherlich diejenige im Rheinischen Landesmuseum, welche mit dem prägnanten Titel „Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann“ neben den ereignisreichen letzten Regierungsjahren des schon zu Lebzeiten umstrittenen Herrschers auch den Beginn seiner Karriere ausführlich behandelt. Dabei wird deutlich, dass Nero bei Weitem nicht nur handelndes Subjekt, sondern auch stark manipuliertes Objekt der Machtbestrebungen seiner Mutter Agrippina war, die sogar Mord in Kauf nahm, um ihrem Sohn den Thron zu sichern. Schlüssig lässt sich auch Neros Weg vom, beim Volk beliebten zum allseits verhassten Kaiser nachverfolgen, dessen ehrgeizige Pläne zur fast schon modernen Umgestaltung Roms nur auf sehr wenig Verständnis seiner diesbezüglich ausgesprochen ignoranten und konservativen Zeitgenossen stießen. Die chronologisch gegliederte Schau begeistert dabei mit gekonnt arrangierten und teils äußerst seltenen über 400 Exponaten sowohl zum politischen als auch privaten Leben Neros, der sich stets eher als Künstler denn als Kaiser eines Weltreichs sah. Passend zum Ausstellungsort werden auch die Auswirkungen seines Suizids in der damals römischen Provinz Trier erläutert.

Ohne Neros Befehle zur restlosen Ausrottung würde das Christentum heute über bedeutend weniger Märtyrer verfügen

Der Schwerpunkt der Ausstellung „Nero und die Christen“ im altehrwürdigen Museum am Dom Trier wiederum ist die bereits weiter oben erwähnte, nach dem folgenreichen Brand Roms beginnende systematische und anhaltende Christenverfolgung. Hierbei wird anhand von vielen Beispielen gezeigt, warum ausgerechnet die schon vorher bei den römischen Behörden misstrauisch beäugte, aber recht kleine jüdische Sekte als „Sündenbock“ für den Brand der Hauptstadt des Reichs herhalten musste. Interessant zu erfahren ist etwa, dass die grausame Behandlung der Christen und ihr massenhafter Tod auf den Scheiterhaufen sowie in den Arenen keineswegs bei allen Bürgern dafür sorgte, von den hartnäckigen Gerüchten über den angeblichen „Brandstifter“ Nero abzulenken. Vielmehr wurde die Christenverfolgung schon von zeitgenössischen Beobachtern ablehnend kommentiert, viele Römer empfanden auch Mitleid mit den so unerbittlich Verfolgten. Unzweifelhaft war die blutige Jagd auf die neue Glaubensrichtung aber eine „Errungenschaft“ Neros, die seinen Tod auch überdauerte. In der Ausstellung wird auch die römische Götterwelt mit dem christlichen Glauben verglichen, sehenswert sind die vielen archäologischen Objekte und die Darstellungen christlicher Märtyrer aus diversen Sammlungen im In- und Ausland.

NERO Lorbeerkranz REM.jpgAntiker Lorbeerkranz aus Gold, 4./3. Jh. v. Chr., © Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, Foto: Carolin Breckle.

Antiker Lorbeerkranz aus Gold, 4./3. Jh. v. Chr., © Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, Foto: Carolin Breckle.

Die vermeintlich beispiellose Grausamkeit des umstrittenen Kaisers war ein Glücksfall für die europäische Kunstgeschichte

Der vielseitigen und unterschiedlichen Rezeption der öffentlichen und privaten Person Nero in späteren Epochen widmet sich schließlich die Ausstellung „Lust und Verbrechen: Der Mythos Nero in der Kunst“ im Stadtmuseum Simeonstift Trier. Im Mittelpunkt stehen berühmte Abbildungen des Kaisers und Gemälde von Szenen aus seinem bewegten Leben, die auch Jahrhunderte nach seinem Ableben immer wieder Künstler zu mehr oder weniger gelungenen Werken inspirierten. Speziell Neros vermeintlich über alle Maße ausgeprägte Grausamkeit und Blutrünstigkeit wurde von Malern häufig dargestellt. So soll er seine Mutter nach deren von ihm angeordneten Tod eigenhändig seziert, seine erste Frau Octavia ermorden lassen und seiner schwangeren zweiten Frau Poppaea mit aller Gewalt in den Unterleib getreten haben. Ebenso den kreativen Ehrgeiz und die Fantasie vieler Künstler seit dem Mittelalter beflügelt haben die nicht erwiesene Vergiftung seines Stiefbruder Britannicus und der erzwungene Suizid des Philosophen Seneca, der den jungen Nero über Jahre lang auf die Thronfolge geistig vorbereitet hatte. Im Stadtmuseum Simeonstift Trier kann diese umfangreiche Bildtradition und ihre Entstehungsgeschichte zu den tatsächlichen und vermeintlichen Verbrechen Neros erstmalig in Deutschland anhand von zahlreichen Fotografien, Filmen, Gemälden, Grafiken und Theaterausstattungen an einem Ort konzentriert begutachtet werden.
Bildquellen:
Rheinisches Landesmuseum Trier: www.nero-ausstellung.de
NERO Agrippina minor NY Carlsberg Gl..jpg: Portrait der Agrippina minor, 49-54 n. Chr., © Ny Carlsberg Glyptotek, Copenhagen, Ole Haupt.

Schammatdorf Trier – solidarisches Miteinander

Das integrative Wohnprojekt Schammatdorf in Trier existiert schon seit über 30 Jahren und ist sehr erfolgreich. Das Dorf entstand aus dem Wunsch, ein Wohngebiet mit sozialen Zielen zu errichten. Auch preisgünstiger Wohnraum für alle sollte durch das Projekt möglich werden. Das Projekt entstand vor dem Hintergrund der zahlreichen Probleme im städtischen Wohnungsbau und sollte preiswertes Wohnen für alle möglich machen. Das Schammatdorf ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Sozialdezernats der Stadt Trier, der Abtei Sankt Matthias und der Wohnungsbau und Treuhand AG als Bauträger.
Schon 1979 konnten die ersten Bewohner die Siedlung auf dem Gelände der Benediktinerabtei einziehen. Heute leben hier 260 Menschen mit und ohne Behinderung. Neben der Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums war ein weiterer Grundgedanke, Menschen mit Problemen bei der Bewältigung des Alltags einen Lebensraum zu schaffen, in dem sie selbstständig leben können.

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2. StreetFood Market Trier

 2. StreetFood Market Trier – vom 08. bis 10. April 2016– Gelände der Europäischen Kunstakademie und der Projekt X Skatehalle

Der Countdown läuft, noch einen Monat bis zum zweiten Mal das Mekka für Trailer und Trucks, die gestronomisch in rollenden Wägen Ihre Produkte anbieten, in Trier seine Pforten öffnet.

Streetfood-Märkte haben sich innerhalb der letzten Jahre in den deutschen Metropolen erfolgreich etabliert und mit rasanter Geschwindigkeit verbreitet. Streetfood-Märkte bieten Spezialitäten aus aller Welt, die schnell und trotzdem frisch in Echtzeit zubereitet werden.

Die Märkte schufen hierzulande eine Genuss-Revolution: Die Ausgestaltung der Märkte ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich, je nachdem, worauf die Initiatoren ihren Fokus setzen. Im letzten Jahr schloss sich die Moselmetropole Trier der in Deutschland stattfindenden Revolution der Esskultur an und startete am 22. August 2015 den 1. StreetFood Market im Exzellenzhaus. Ein Vorgeschmack bot der „Miez Kiez“ auf dem Gelände des Mergener Hofs im Frühsommer 2015.

Weil das Konzept gut angenommen wurde, fand im November 2015 ein „Kraftkiez“ auf dem Gelände des Hotel-Restaurants Blesius Garten und der Kraftbräu-Brauerei in Trier-Olewig statt.

StreetFood Market Trier

StreetFood Market Trier

Frische Zubereitung der Speisen

Frische Zubereitung der Speisen

 

Neues Highlight im Eventkalender Trier

Initiator Ali Haidar ist 28 Jahre und gelernter Koch. So verwundert es kaum, dass der „Anführer“ der Trierer Food-Revolution-Szene das Projekt zum zweiten Mal an den Start bringt. Gemeinsam mit dem Belichta und Steve Trappen, bekannt durch die Moselfreunde und Events wie die Agenda191 am Moselufer, startete er im letzten Jahr den ersten Trierer Streetfood Market, den Miez Kiez im Mergener Hof und den Kraftkiez im Hotel-Restaurant Blesius Garten.

Trier ist eine Stadt, in der Volksfeste zur Tradition gehören. Ob Olewiger Weinfest oder Altstadtfest – hier wird gerne und viel gefeiert und auch Touristen schätzen die vielen Anlässe, zu denen sich die gesamte Großregion trifft. Im Sommer 2015 stand plötzlich ein neues Fest im Eventkalender der Stadt: der 1. Trierer StreetFood Market.

Durch das einmalige Zusammenspiel aus kreativen Menschen, guter Musik und ausgezeichnetem Essen sollte sich dieses Event zum Volksfest der Zukunft etablieren. Ob Familien mit Kindern, Jugendliche, Studenten oder Rentner – jeder, der Lust hat, sich quer durch die kulinarische Vielfalt der Welt zu probieren, soll sich angesprochen fühlen.

Zur zweiten Ausgabe werden etwa 30 Foodtrucks und Imbissstände aus Trier, Luxemburg, der Region und allen Teilen Deutschlands erwartet, die eine riesige Vielfalt an internationalen Gerichten, von mexikanisch, indisch, persisch bis hin zu arabisch bieten.

Nicht alle Stände und Foodtrucks haben auch ein Ladenlokal und manche werden nur auf der Veranstaltung anzutreffen sein, sodass der StreetFood Market eine einmalige Gelegenheit bietet, deren Speisen zu probieren.

 

Ausgelassene Stimmung im Sommer 2015

Ausgelassene Stimmung im Sommer 2015

Neuer Standort verbindet Food- und Kunstszene in Trier

Die auf dem Gelände der Kunstakademie angesiedelte Projekt X Skatehalle wird in diesem Jahr während des Marktes für Besucher geöffnet sein und verwandelt sich ebenfalls zum Ausstellungsort. Zahlreiche Graffiti-Künstler aus ganz Deutschland verzieren live vor den Besuchern die Wände mit erstklassiger Graffiti-Kunst.

„Ein umfangreiches Programm für die Kleinen soll den Charakter der familienfreundlichen Veranstaltung untereichen“, so Ali Haidar gegenüber Trier.com. „Der 1. Trierer StreetFood Market im Sommer 2015 war mehr als erfolgreich. Auch der „Miez Kiez“ und der „Kraftkiez“ lockten zahlreiche Besucher aller Altersklassen. Für die Stadt bedeutet der StreetFood Market eine Aufwertung des lokalen Freizeitangebots, eine Zusammenführung verschiedener Anspruchsgruppen sowie eine Image-Steigerung.“

Durch das Angebot an kulinarischen Spezialitäten aus aller Welt präsentiert sich Trier einmal mehr als weltoffene und moderne Großstadt, die für Besucher aus Luxemburg und der gesamten Region ein attraktives Unterhaltungsangebot bietet. Einzigartig ist die Kombination aus Streetfood-Kultur und einer künstlerischen Initiative.

Die Location ist ein Aushängeschild für die Stadt. Durch den StreetFood Market werden Einwohner und Touristen wieder verstärkt auf die Europäische Kunstakademie am Moselufer aufmerksam gemacht. Sie bietet außerdem genügend Platz für viele Besucher und liegt sowohl zentral als auch in attraktiver Umgebung.

Impressionen vom 1. Trierer StreetFood Market im Sommer 2015

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Die Besucher können sich unter anderem auf folgende Food Artists freuen:

– Foody

– Daddy

– Flo’s Finest Hotdogs

– FoodRiders

– Back to Smoke

– Burritos Hermanos

– Sansa Food Truck

– Pizza Guy

– Happy Hotdog

– The Food Truck Company

– Frozen Yogurt

– Pasta Mafia

– Joo

– Choco Kebab Saarbrücken

– Lou’s Maultäschle

– Flying Falafel Fellows

– Fisch Art – Fish Art Street Food

2. StreetFood Market Trier

Freitag, 08.04.2016, ab 16 Uhr

Samstag, 09.04.2016, und Sonntag 10.04.2016, jeweils ab 12 Uhr

Trier – Gelände der Europäischen Kunstakademie

Eintrittspreis: 3,- Euro (Verkauf an der Tageskasse)

Alle Infos zum Event auf www.facebook.com/streetfoodmarket.trier

 

Bildquelle: (c) Der Belichta