Caspar Olevian

(geboren: 10.08.1536 in Trier, gestorben: 15.03.1587 in Herborn)

Caspar Olevian gilt als einer der bedeutensten Reformatoren in Deutschland. Zunächst kämpfte er für die Reformation in Trier, die aber dann unterdrückt wurde. Dies veranlasste den ambitionierten Olevian, dessen Namen übrigens von dem Stadtteil Olewig in Trier abgeleitet wurde, dazu, seiner Heimatstadt den Rücken zu kehren und ein führender evangelischer Theologe in Heidelberg und Nassau zu werden.

Dadurch, dass sein Vater Bäckerzunftmeister und Rentmeister und seine Mutter die Tochter des Metzgerzunftmeisters war, stammte Olevian aus einer hohen städtischen Schicht und hatte sogar die Möglichkeit,sich ein Studium im Ausland zu verwirklichen.

Olevian begann seine Ausbildung auf dem Gymnasium  der Fraterherren, die für eine Frömmigkeit nach den Regeln der Bibel eintraten. Von 1550 bis 1557 durchlief er eine akademische Laufbahn, die schließlich in einer Promotion endete. Neben Philosophie, studierte er ebenfalls Jurisprudenz. Sein Studium führte in an die Universitäten in Paris, Orléans und Bourges, die damals zu den besten Universitäten in Europa zählten.

Seine unbeugsame Unterstützung für die Theologie entwickelte Caspar Olevian 1556. Bei dem Versuch ertrinkenden Studenten zu helfen, geriet er selbst in Lebensgefahr und schwor bei Gott, sein Leben der Theologie zu widmen, wenn er überleben würde. Aus diesem Grund reiste er 1558 in die Schweiz, um ein Theologiestudium abzulegen. Nach dem Tod von Calvin, der bis dahin sein Lehrer war, wanderte Olevian weiter nach Zürich.

Gut ausgebildet und voller Tatendrang, kam Caspar Olevian 1559 nach Trier zurück und bekleidete zunächst eine Lehramtstelle. Allerdings schaffte er es sehr schnell mit seinen mitreißenden Predigten und seinem außergewöhnlichen Charisma viele Anhänger für die bis dahin kleine evangelische Gemeinde in Trier zu finden. Bald folgten seinen Reden ungefähr ein Drittel aller Trierer Bürger.

Dann fiel jedoch noch im gleichen Jahr die Stadt Trier der katholischen Seite zu und diese sprach Olevian ein Verbot zu predigen aus. Zunächst beschränkte sich dieses auf öffentliche Plätze, wurde dann aber erweitert.

Die katholische Seite in Trier ließ viele evangelische Glaubensvertreter inhaftieren. Unter diesen Gefangenen war auch Caspar Olevian. Weil er sich nicht dem katholischen Glauben unterwerfen wollte, verließ er nach zehnwöchiger Haft die Stadt Trier und verließ aus Glaubensgründen seine Heimat.

Olevian fand eine neue Wohnstätte in Heidelberg, wo er zunächst am Collegium Sapientiae als Lehrer arbeitete. Nach einigen weiteren kurzen Lehertätigkeiten, merkte  er doch ziemlich schnell, dass seine Leidenschaft die Kirchenarbeit war. 1561 heiratete er seine Frau Philippine von Metz, die ihm zwei Söhne und eine Tochter schenkte. Als Stadtpfarrer und Hofprediger baute sich Caspar Olevian eine angesehene Stellung in Heidelberg auf und wurde 1562 sogar in den Kirchenrat beordert. Als Vertrauter des Fürsten, begleitete er diesen fast zu allen wichtigen religiös motivierten Treffen und schaffte es aus dieser Position heraus, die Reformbewegung in der Pfalz mit voranzutreiben.

Der erste Rücksachlag kam erst wieder mit dem Tod des Fürsten 1576. Nach dem Tod von Friedrich III. verließ Olevian Heidelberg und zog weiter nach Berleburg, wo er die Kinder des Grafen aufzog und unterrichtete.

1584 wurde Olevian nach Herborn beordet, wo er dabei half, eine Hohe Schule zu gründen und der erste Rektor wurde.

Caspar Olevian starb am 15.03.1587 in Herborn und wurde auch dort in der Stadtkirche beigesetzt. 1887 errichtete man diesem überzeugten Vertreter der Reformation eine neugotisches Epitaph.

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