Cascade Bitburg: Geschäftsführerin muss sich vor Gericht verantworten

Im Juni 2010 ist ein dreijähriges Mädchen im Schwimmbad Cascade in Bitburg ertrunken. In den letzten beiden Jahren hat die Staatsanwaltschaft in diesem Fall ausgiebig ermittelt und hat nun die Geschäftsführerin des Schwimmbades angeklagt. Sie soll sich der fahrlässigen Tötung strafbar gemacht haben. Aus einem Gutachten geht hervor, dass zu wenig Personal am Unglückstag im Cascade im Einsatz gewesen ist.

Das Schwimmbad Cascade in Bitburg gehört zu den schönsten Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche in der Region Trier. Leider schrieb das Schwimmbad in Bitburg im Juni 2010 eine traurige Geschichte, als ein dreijähriges Mädchen ihren Tod im Cascade fand. Niemand bekommt mit, dass ein dreijähriges Mädchen in einem unbeobachteten Moment seiner Mutter entwischt und zum Erlebnisbecken im Innenbereich läuft. Das 300 Quadratmeter große Becken ist bis zu 1,35 Meter tief und hat als eine Attraktion einen Strömungskanal, in dem sich die Gäste durchs Wasser treiben lassen können. Dort wird das Kind später gefunden. Ohne Schwimmflügel hatte das Mädchen keine Chance dem Wasser zu widerstehen. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod feststellen. Das Kind war ertrunken. Die Staatsanwaltschaft Trier hat in den letzten zwei Jahren ausgiebig in alle Richtungen ermittelt. Zunächst standen die Mutter des Kindes und ein Bademeister im Fokus der Untersuchungen. Beide Verfahren wurden allerdings eingestellt.

Geschäftsführerin muss vor Gericht

Nun hat die Staatsanwaltschaft die Geschäftsführerin des Cascade wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Ein Gutachter, der das Unglück untersuchen sollte, hatte festgestellt, dass an jenem Tag im Juni 2010 zu wenig Personal im Schwimmbad im Einsatz gewesen ist. „Laut unseren Ermittlungen waren nur zwei Bademeister im Dienst“, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer. Einer dieser beiden Bademeister soll mit einer Seniorengruppe Aquagymnastikübungen gemacht haben. Er war demnach nicht in der Lage, den Schwimmbetrieb sorgsam zu überwachen. Folglich stand zum Zeitpunkt des Unglücks nur ein Bademeister zur Verfügung, der den Freibadbereich und das Hallenbad des Cascade überwachen musste. Aus der Sicht der Staatsanwaltschaft Trier ist dies zu wenig. Sie lastet dies der Cascade-Geschäftsführerin an. „Wir gehen davon aus, dass sie für den Einsatz des Personals und damit auch für die Anzahl der Bademeister verantwortlich ist“, sagt Brauer.

 

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