Verliert Trier nach den Antikenfestspielen auch Brot und Spiele?

Trier war in den letzten Jahren gerade für seine auf die Antike bezogenen Veranstaltungen bekannt. Gerade die Antikenfestspiele und Brot und Spiele waren das Aushängeschild der alten Römerstadt. Die Antikenfestspiele gibt es nun nicht mehr, denn sie waren trotz der ständigen Bearbeitung des Konzeptes niemals wirtschaftlich tragbar. Diesem ersten schweren Schlag für das kulturelle Angebot in Trier könnte nun ein zweiter folgen. Es ist durchaus nicht mehr ganz unwahrscheinlich, dass in den kommenden Jahren auch von Brot und Spiele Abschied genommen werden muss. In diesem Jahr sollte alles besser werden und sowohl die Stadt Trier als Veranstalterin, als auch die Agentur Medienfabrik als Ausrichterin wollten unbedingt schwarze Zahlen schreiben. Man tat auf beiden Seiten das Möglichste, um dieses Ziel auf einem guten Weg zu erreichen. An erster Stelle ist hier die Verpflichtung von Katy Karrenbauer zu nennen, der man ganz nebenbei auch aus ihrer finanziellen Not heraushalf. Mit der erfahrenen Schauspielerin, die immer noch einige Fans hat, hoffte man, möglichst viele Menschen zu Brot und Spiele zu locken. Darüber hinaus verlängerte man den Event auf zwei Wochen, damit die Menschen mehr Auswahltermine zur Verfügung hatten. Schließlich verlegte man Brot und Spiele aus der Sommerzeit, in der viele Menschen in den Urlaub fahren, in den Herbst. Vor der Veranstaltung gaben sich die Stadt Trier und die Agentur Medienfabrik äußerst positiv, denn sie erwarteten nicht ganz zu Unrecht erfolgreiche Brot und Spiele 2011.

In diesen Tagen sieht das Bild genau gegensätzlich aus. Die Bilanz ist ausgewertet und das Ergebnis ist für alle Beteiligten ernüchternd. Die Stadt Trier muss neben dem ohnehin schon gezahlten Zuschuss von ungefähr 65.000 Euro weitere knappe 45.000 Euro an die Agentur Medienfabrik überweisen. In einem vorher abgeschlossenen Vertrag hatte sich die Stadt Trier verpflichtet, die Kosten des ersten Wochenendes, die nicht gedeckt werden, zu übernehmen. Brot und Spiele 2011 hat insgesamt zu einem Mehrkostenaufwand von 45.000 Euro geführt, die nun durch die Stadt Trier beglichen werden mussten. Dies hat natürlich zu reichlich Unmut im Stadtrat geführt, denn es war in zu keinem Zeitpunkt davon ausgegangen worden, dass die Stadt mit über 100.000 Euro an Brot und Spiele beteiligt wird. Dies soll auch in den zukünftigen Jahren ausgeschlossen werden. Leider ergibt sich hier nun das große Problem, denn die Agentur Medienfabrik ist nicht mehr in der Lage, noch mehr Ausgaben bei gleichbleibendem Programm einzusparen. Aus diesem Grund fordert sie die Stadt Trier auf, entweder höhere Zuschüsse zu gewähren oder das Programm für Brot und Spiele 2012 deutlich einzuschränken. In der genauen Umsetzung würde dies bedeuten, dass die Kaiserthermen vollkommen aus dem Projekt gestrichen werden. Einzig die Vorführungen im Amphitheater sollen dann noch Bestandteil von Brot und Spiele sein. Damit entfallen Abendkonzert, Aufzüge von Gladiatoren oder antike Handwerkerstände. Die Agentur Medienfabrik begründet dies mit dem Fakt, dass die Besucherzahlen an den Kaiserthermen seit Jahren stetig zurückgehen. Einzig im Amphitheater werden steigende Besucherzahlen registriert.

Angesichts dieser Probleme hat sich Kulturdezernent Thomas Egger wohl gedacht, dass ein paar weitere auch nichts mehr ausmachen. Anstatt über Brot und Spiele 2012 in seinem Ausschuss zu diskutieren, hat er diese Konfrontation auf Januar verschoben. Im Umkehrschluss heißt das aber, dass die Agentur Medienfabrik noch keine Werbung für Brot und Spiele 2012 machen kann, da sie sich ja über den genauen Ablauf noch gar nicht sicher sein kann. Damit entfällt ein Ticketvorverkauf in der Weihnachtszeit, der in den letzten Jahren regelmäßig dazugehörte.
All diese Voraussetzungen verleiten einen Realisten schon fast dazu, den Bürgern in Trier zu raten, langsam, aber sicher Abschied von Brot und Spiele zu nehmen. Anscheinend hat sich die Veranstaltung überlebt. Immerhin befindet sie sich mit den Antikenfestspielen in hervorragender Begleitung. Niemand stirbt gerne einsam.

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