Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat eine Gesetzesinitiative verabschiedet, die im Schuljahr 2012/2013 dafür sorgen wird, dass auch Kinder, die ein Gymnasium besuchen, kostenlos mit Bus und  Bahn zu ihrer Schule gelangen können. Bis jetzt hatte die Regelung vorgesehen, dass nur Kinder, die  Hauptschulen, regionale Schulen oder  Realschulen besuchen, ihre Fahrtkosten ganz erstattet bekommen. Die Eltern von Gymnasiasten wurden zwar bezuschusst, wenn sie Bus- und Bahnticket für ihre Kinder beantragen wollten, mussten aber immerhin noch 210 Euro jährlich aus eigener Tasche bezahlen. Schüler, die in einem Umkreis von vier Kilometern zu ihrer Schule wohnen, haben gar kein Anrecht auf eine Förderung.
Im Jahre 2010 hatte der Verfassungsgerichtshof in einem Urteil entschieden, dass es nicht dem Grundsatz der Gleichberechtigung entspräche, wenn nur Schüler von Hauptschulen, regionalen Schulen oder Realschulen ganzheitlich gefördert werden würden. Schließlich gäbe es durchaus Kinder auf den Gymnasien, die  aus finanziell schwächeren Familien kämen.

In Zukunft werden alle Schüler der fünften bis zehnten Klasse berechtigt sein, kostenlos Bus und Bahn zu benutzen.
Aus diesem Grund sieht auch die Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz die neue Gesetzesregelung als Chance, mehr Gleichberechtigung herzustellen. Außerdem soll somit finanziell ärmeren Kindern der Weg auf das Gymnasium eröffnet werden. Insgesamt werden wohl rund 240.000 Schüler von dem neuen Gesetz profitieren und in Zuklunft kostenlos mit Bus und Bahn zur Schule unterwegs sein.
Das Land Rheinland-Pfalz, das ohnehin stark verschuldet ist, muss weitere 15 Millionen Euro bereitstellen, um die Fahrkarten zu ermöglichen. Es bleibt abzuwarten, wie sich dies auf den Haushalt auswirkt. Es ist durchaus nicht abwegig, dass das Land an anderer Stelle Einsparungen tätigen muss.

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