Erneuter Zwischenfall im Atomkraftwerk Cattenom

Wieder einmal ist es in dem französischen Atomkraftwerk Cattenom zu einem nicht planmäßigen Zwischenfall gekommen. Ein Ventil im sekundären Bereich der Anlage hatte sich automatisch geschlossen. EDF, Betreiber von Cattenom, gab an, dass niemals eine Gefährdung für die Umwelt oder die Sicherheit bestand.

Das französische Atomkraftwerk Cattenom hat es einmal mehr mit einem Zwischenfall in die Schlagzeilen der regionalen Presse geschafft. Am Donnerstag schaltete sich ein Sicherheitsventil, das aber nicht im Bereich der nuklearen Anlage tätig sein soll, automatisch ab. Die Folge war, dass sich Reaktor vier ebenfalls herunterfuhr und letztlich abschaltete. Warum sich das Ventil im sekundären Bereich des Atomkraftwerks Cattenom geschlossen hat, wird derweil untersucht. Um für einen Druckausgleich zu sorgen, war über weitere Ventile planmäßig heißer Dampf abgelassen worden. Dieses Zischen war auch außerhalb von Cattenom laut und deutlich zu hören. Der Betreiber EDF ließ augenblicklich verkünden, dass es zu keiner Zeit Gefährdungen für Sicherheit oder Umwelt gegeben hätte. Darüber hinaus werde man in nächster Zeit das Problem untersuchen und analysieren.
Das Atomkraftwerk macht immer wieder mit solchen Zwischenfällen auf sich aufmerksam. Man muss dem Betreiber eingestehen, dass es sich meistens um eher harmlose Dinge handelt. Allerdings ist die Häufigkeit der Vorfälle sehr bedenklich. In Cattenom verkehrt im Grunde kein Jahr, in dem es nicht zu solchen Vorfällen kommt. Vor allem die Nachbarländer Luxembourg und Deutschland machen sich immer wieder sorgen, denn eine nukleare Katastrophe in Cattenom würde auch die direkten Nachbarn betreffen. Erst zum Ende des letzten Jahres hin, hatte sich ein Gremium mit der Sicherheit in dem französischen Atomkraftwerk beschäftigt. Das Fazit ist damals mehr oder weniger vernichtend ausgefallen. Es wurden viele Mängel festgestellt, die sich vor allem an einem dürftigen Krisenmanagement festmachen ließen. Aus diesem Grund werden wohl viele Menschen auf den Bericht der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN warten. Dieser soll Anfang dieses Jahres veröffentlicht werden. Dort wird dann vermutlich schwarz auf weiß stehen, wie es mit Cattenom weitergehen wird. Eines ist sicher; die Menschen in der Region Trier würden aller Voraussicht nach, eine Abschaltung in großer Mehrheit begrüßen.

Cattenom- eine beängstigende Statistik

Zum Schluss sei noch auf eine Statistik hingewiesen, die die Situation im französischen Atomkraftwerk Cattenom auf den Punkt bringt. Seit der Inbetriebnahme im Jahre 1986 gab es bereits mehr als 700 meldepflichtige Zwischenfälle. Das sind weit über 20 Störfälle im Jahr.

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